Kanada: Cannabis-Legalisierung führt nicht zu mehr Verkehrsunfällen

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Cannabis-Legalisierung führt nicht zu mehr Verkehrsunfällen, so eine Studie

Forscher untersuchten die Häufigkeit der Besuche in Notaufnahmen in Kanada und fanden keinen Anstieg der Verkehrsunfälle nach der Legalisierung

Eine der drängendsten Sorgen, die die Menschen haben, wenn sie das Für und Wider der Cannabislegalisierung abwägen, ist die Verkehrssicherheit. Wird die Verfügbarkeit von legalem Cannabis zu mehr Verletzungen bei Verkehrsunfällen führen?

Ein Team von kanadischen Wissenschaftlern scheint eine erste Antwort auf die diese Fragen gefunden zu haben. Sie untersuchten die Daten von Notfallaufnahmen kurz vor und unmittelbar nach der landesweiten Legalisierung der Substanz und fanden keinen Unterschied in der Zahl der verkehrsbedingten Verletzungen.

Überraschende Ergebnisse

Dr. Russ C. Callaghan von der University of Northern British Columbia und sein Team analysierten Daten zu Verkehrsunfällen in zwei kanadischen Provinzen – Ontario und Alberta – über den Zeitraum vom 1. April 2015 bis zum 31. Dezember 2019. Ihr Ziel war es, herauszufinden, wie stark sich die Verabschiedung des Gesetzes zur Legalisierung von Cannabis im Oktober 2018 auf die Statistiken ausgewirkt hat.

Die Hypothese des Teams war, dass die Zahl der Verletzungen nach der Legalisierung ansteigen sollte, insbesondere bei der jüngeren Bevölkerung. Entgegen ihren Erwartungen fanden die Wissenschaftler jedoch keine Hinweise auf eine signifikante Veränderung. Die Prävalenz der Verletzungen blieb sowohl bei älteren Fahrern als auch bei Jugendlichen gleich. Als „Jugendliche“ definierten sie die 16-18-Jährigen in Ontario und die 14-17-Jährigen in Alberta.

Gründe noch unklar

Dr. Callaghan sagte selbst, er sei von den Ergebnissen überrascht. Es schien ihm logisch, dass die Legalisierung von Cannabis den Konsum erhöhen würde, was zu mehr fahren unter Drogeneinfluss und mehr Einweisungen in die Notaufnahme führen würde. Doch die Ergebnisse der Studie widerlegten diese Annahme. Er stellte die Hypothese auf, dass der Grund dafür in den neuen, strengeren Gesetzen gegen Trunkenheit am Steuer liegt, die kurz nach der Legalisierung verabschiedet wurden. Sie sehen härtere Strafen für diejenigen vor, die unter dem Einfluss von Cannabis oder Alkohol oder beidem am Steuer erwischt werden.

Es sind auch andere Erklärungen möglich. Eine davon ist die Tatsache, dass die Menschen häufig Alkohol durch Cannabis ersetzen, so dass die Zahl der Unfälle im Zusammenhang mit Cannabis zwar steigen, die Zahl der Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol jedoch sinken dürfte. Eine andere Erklärung ist, dass Cannabis – anders als Alkohol – nicht zu rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr anregt. Vielmehr macht es die Fahrer vorsichtiger, so dass sie ihre Beeinträchtigung überkompensieren.

Eine weitere Erklärung könnte sein, dass die Legalisierung und Regulierung von Cannabis nicht zu mehr Konsum führt, zumindest nicht bei Jugendlichen.

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